Grußwort zur Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile (IELCH) von Siegfried Sander

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Reflexión del Obispo Siegfried Sander al Sínodo IELCH
Junio 16, 2017
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Obispo Sander – Un saludo con comentario a la IELCH
Junio 23, 2017
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Santiago am 21. Mai 2017
Liebe Brüder und Schwestern!
Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich euch sagen und ich euch meine Gefühle und Gebete beschreiben kann – in dieser konfliktiven zeit für eure Kirche und für unsere Kirchen. So möchte ich heute mit euch (1.) eine Emotion, (2.) einen Wunsch und (3.) eine Ironie mit euch teilen!

DAS GEFÜHL: Ich trauere. Trauern bedeutet, den Schmerz nach einem Verlust zu erleben. Es ist ein Leiden. “Wenn ein Teil des Körpers leidet, so leidet der gesamte Körper.” beschreibt es der Apostel Paulus. Ich denke in diesem Sinne leiden wir alle gerade.

Was haben wir verloren?`Die Einheit der lutherischen kirche in Chile ging verloren. Schon mehr als 40 Jahren trauern wir, denn die Teilung der Kirche schmerzt. Und jetzt tut es einmal mehr weh, weil der letzte Versuch des Rates der Lutherischen Kirche [= der Vorschlag zur Konförderation beider Kirchen] so viel Zwitracht hervor gebracht hat.Harte Auseinandersetzungen haben großen Schaden angerichtet. Für alle – ganz unabhängig davon, ob man für oder gegen das Projekt ILFECH ist. Es schmerzt!

Ich komme gerade von der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, welche dieses Jahr in Namibia stattfand. Ich wußte vorher nicht, dass es in diesem Land drei (!) lutherische Kirchen gibt. Sie formen einen gemeinsamen Kirchenrat “Council of churches”. Warum fällt es uns so schwer?

EIN WUNSCH: in diesen konfliktiven und schmerzhaften Momente wünsche ich uns zuallererst Frieden! Frieden ist kein Gemütszustand sondern bedeutet: Gute Beziehungen. Mit schlechten Beziehungen kann man nicht in Frieden leben. Vielleicht ist es für uns Menschen eines der Dinge, die am schwierigsten zu erreichen sind. Friede scheint unserer streitsüchtigen und sündigen Natur zu widersprechen.

Als Christ/-innen hat der friede einen Namen: Jesus Christus. Er ist unser Frieden. Denn er kam, uns zu versöhnen und gute Beziehungen zwischen Gott und der Schöpfung wiederherzustellen. Wir wissen, dass der Preis dafür hoch war und ist. Und doch können und müssen wir von jesus Christus lernen, den frieden zu suchen und für ihn zu arbeiten. Das ist alles andere als einfach, denn in Frieden zu leben, in guten Beziehungen, wird nicht möglich sein, ohne die Suche nach Wahrheit, Versöhnung und Vergebung. Beziehungen ohne Wahrheit, gerechtigkeit und Vertrauen werden niemals gute Beziehunge sein. Noch gibt es also viel zu tun. Warum fällt es uns so schwer?

EINE IRONIE: Zufällig bin ich auf Johannes 16 (17-33) gestoßen, einem teil der so genannten “Abschiedsreden”. Die Jünger verstehen Jesus dabei zunächst nicht und diskutieren untereinander. Später erklärt er ihnen und sie meinen, nun vertsanden zu haben: “Jetzt sprichst du offen… jetzt sehen … (und) glauben wir …”. Doch “Jesus antwortet ihnen: Jetzt glaubt ihr? Die Stunde kommt, ja, sie ist schon da: Man wird euch auseinandertreiben, jeden dorthin, wo er herkommt. Und mich lasst ihr allein zurück!” Welch Ironie!

Oft sind wir wohl wie diese Jünger: wir diskutieren und genau dann, wenn wir etwas wissen, verabschiedet sich jeder in seinen Bereich und IHN lassen wir allein zurück. So sind wir! Bekennen wir es doch.

Wie gut, dass das Kapitel so nicht endet: “Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. In dieser Welt müsst ihr Leid und Schmerz aushalten. Aber verliert nicht den Mut: Ich habe diese Welt besiegt!« Es ist mein Gebet, dass der HERR uns hilft, uns nicht in diesen Konflikten zu verfangen, sondern den Frieden der Einheit in Christus zu suchen.

Siegfred Sander
Bischof der ILCH

Traducción de
Pastor Johannes Merkel
Congregación La Reconciliación / Versöhnungsgemeinde – IELCH
Las Condes – Santiago – Chile